Die Schokorichtlinie – Planspiel zum Mitentscheidungsverfahren der EU

Im Jahr 2005 einigten sich die Vertreter der Staaten in der Europäischen Union auf internationaler Ebene über das Inkrafttreten der sogenannten Schokorichtlinie. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie Hessen Darmstadt spielten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse am 10. Mai 2016 denselben Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens innerhalb der EU nach. Ziel ist es, dass die Schülerverstehen, wie europäische Gesetze zustande kommen. In den Rollen der politischen Akteure – Minister, Parlamentarier, Lobbyisten - wägen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Argumente ab und bringen eine neue Richtlinie auf den Weg.

Nach einem einführenden Vortrag für alle Beteiligten wurde das Entscheidungsverfahren durchgespielt. Die Kommission brachte einen Richtlinienvorschlag ein, die Parlamentarier und Ratsmitglieder nahmen diesen entgegen und versuchten im Laufe von Lesungen zu einer Einigung zu kommen – sowohl innerhalb als auch zwischen den Institutionen. Je nach Verhandlungsgeschick der Teilnehmer entstand am Ende eine Richtlinie, die einen Kompromiss oder eines der beiden Extreme („Reinheitsgebot für Schokolade“, „Liberalisierung“) widerspiegelt.

Für die Schüler ist es eine andere Form des Lernens: Sie vertreten eine Position, müssen aber daneben eine Einigung erzielen. Es schärft den Perspektivwechsel, den die Schüler im Hinblick auf das bevorstehende Abitur benötigen. Es hilft den Schülern, hochkomplizierte Systeme zu verstehen und wahrzunehmen.