Johannisfest – Ein Höhepunkt im Festkalender

Na, haben Sie’s gemerkt? Letzte Woche war der längste Tag des Jahres. Die sogenannte Sommersonnenwende wird mittlerweile auch hierzulande gefeiert. Diesen Brauch haben zwar nicht erst schwedische Möbelhäuser mit ihren Werbeaktionen hierher gebracht. Wohl ist es jedoch in den nördlicheren europäischen Ländern, wo die Tage im Winter viel kürzer sind als bei uns, verbreitet, diesen Tag besonders ausgiebig zu feiern. So auch in Litauen, wo die Sommersonnenwende gemeinsam mit der Geburt von Johannes dem Täufer, einem Propheten aus der christlichen Religion, gefeiert wird. Wie es dort Tradition ist, wurde das sogenannte Johannisfest auch in diesem Jahr am Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld ausgiebig gefeiert.

Einen der Höhepunkte im litauischen Festkalender ließen sich die Schüler und Lehrer auch durch das bescheidene Regenwetter am Nachmittag nicht verderben. Der Eröffnungsfeier im Internatsgebäude konnte die Witterung ohnehin nichts anhaben. Begonnen wurde das Fest mit einer Eröffnungsrede von Schulleiterin Janina Vaitkienė. Auch die litauischen Botschafter Devidas Matulionis und Žygimantas Pavilionis waren ebenso wie Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer nach Hüttenfeld gekommen, um der Zeremonie beizuwohnen. Nach Auftritten des Schulorchesters und der Volkstanzgruppe wurde im Freien ein neuer Weg zur Sportplatz eröffnet.

Wie auch in den vergangenen Jahren gab es im Anschluss ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Schulhof war ein meterlanges Büfett mit zahlreichen und auch einigen litauischen Spezialitäten wie Schwarzbrot errichtet worden.

Am Stand gegenüber hatte der Förderverein wie schon im vergangenen Jahr einen Cocktailstand aufgebaut. „Weil das beim letzten Mal so gut ankam, haben wir vom Elternbeirat den Förderverein bei der Umsetzung wieder unterstützt“, erklärte die Elternbeiratsvorsitzende Judith Hörl. Neu auf der Getränkekarte war der „Rennhofcocktail“, ein nach Ingwer und Limette schmeckendes Getränk, das nach dem Hauptgebäude der Schule, dem Schloß Rennhof, benannt war.

Wie alle Einnahmen des Johannisfestes sollen auch die Erlöse aus den Cocktailverkäufen in die Ausstattung der Schule investiert werden. „Wir benötigen einen neuen PC-Raum und dabei ist die Schule auf Spenden angewiesen“, erklärte Judith Hörl. Besucher des Festes wurden deshalb bereits am Eingang gebeten, eine kleine Spende zu entrichten.

Dafür konnten sie den ganzen Tag über live gespielter litauischer Volksmusik lauschen. Wer wollte, durfte sich in einem Workshop einen der traditionellen Johanniskränze flechten, die zu dem Fest im Haar getragen werden. Ebenso Tradition ist es, dass die Hüttenfelder Schüler gegen ein Team aus Ehemaligen in einem Basketballspiel antreten. Anschließend fanden einige weitere für das Fest typische Spiele statt.

Am frühen Abend sorgte die Band „Bollwerk“ auf dem Schulhof für Stimmung, bevor es um 22 Uhr zum Höhepunkt eines jeden Johannisfestes kam. Mit einem gemeinsamen Fackelzug wanderten die Festteilnehmer über das Schulgelände und entzündeten schließlich das Johannisfeuer, das für das Licht und die Wärme der Sonne steht.

Niklas Bielmeier
Lampertheimer Zeitung
28.06.2016