Erster Spatenstich für den Ausbau des Schulgebäudes wurde feierlich gesetzt!

Südhessen Morgen
, 17. April 2010

"Hier wird das Europa von morgen gelebt"

Langersehnt war der Neubau am Litauischen Gymnasium, jetzt wird er gebaut. Zwei Klassensäle im Untergeschoss und ein Raum für die naturwissenschaftlichen Fächer im Obergeschoss samt Sammlungsraum, das sind die Hautbestandteile des neuen Gebäudes, das sich zwischen die beiden vorhandenen Komplexe einfügt. Auf den 365 Quadratmetern Nutzfläche schließen sich noch in jedem Stockwerk ein Technikraum an, hinzu kommen eine Teeküche und ein weiterer Abstellraum für Lehrer.

Eine Million Kosten

Der Raum, in dem künftig Chemie, Physik, Biologie und Informatik unterrichtet werden soll, wird nach den neuesten Anforderungen gebaut und eingerichtet. "Die Schule, die Lehrer und vor allem die Schüler werden davon profitieren", betonte Schulleiterin Brone Narkeviciene. Rund eine Million wird das neue Schulhaus samt Ausstattung kosten.
Das Litauische Gymnasium hat sich als Beitrag zur Finanzierung eine Aktion ausgedacht. Gönner können Pflastersteine kaufen, auf denen ihre Namen eingraviert werden. Diese Steine pflastern später den Weg vom alten zum neuen Schulgebäude. 17 000 Euro konnten schon eingenommen werden. "Das ist ein geschichtliches Ereignis in einem geschichtlichen Jahr für die Schule", erklärte Rimas Cuplinskas, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums des Gymnasiums. "Das Gymnasium ist ein Relikt, das aus dem Zweiten Weltkrieg resultiert. In ihm spiegelt sich die Geschichte Europas. Hier wird das Europa von morgen gelebt", so Cuplinskas.

Maier äußert Verbundenheit

Lampertheims Bürgermeister Erich Maier brachte die Verbundenheit der Stadt mit der litauischen Gemeinde zum Ausdruck. Während die städtischen Gremien noch über einen finanziellen Zuschuss zum Bau nachdenken, hielt Landrat Matthias Wilkes eine Überraschung parat. "Der Beschluss des Kreisausschusses ist da, der Schule ein Darlehen von 500 000 Euro zum günstigen Prozentsatz von drei Prozent und einer Laufzeit von 20 Jahren zu gewähren", teilte der Landrat mit. Allerdings fehle noch die Zustimmung des Kreistags. Sie werde aber erwartet. Das Gymnasium sei, so Wilkes, über mehrere Jahrzehnte ein Symbol für den Freiheitsgeist Litauens gewesen.
Dass dieser Geist auch weiterbesteht, nachdem Litauen eigenständig geworden ist, hoffte auch Achim Naumann, Honorarkonsul der Republik Litauen für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. "Das Gymnasium ist eine Besonderheit im Kreis Bergstraße und ein kleines Juwel. In dieser Umgebung muss man sich einfach wohlfühlen", betonte er.
Kommende Woche beginnen die Vorarbeiten, in zwei Wochen soll Baubeginn sein. Wenn alles planmäßig läuft, wird die Bauzeit samt Ausstattung etwa ein Jahr dauern, so Architekt Gerhard Rhein. Vor dem Spatenstich gab der Pfarrer und langjährige Lehrer an der Schule, Jonas Dedinas, dem Vorhaben seinen Segen. Für alle interessierten Gäste schloss sich ein kurzer Rundgang durch das Gymnasium an.